Haushalt

Strom sparen in der Küche: Die größten Energiefresser

Redaktionsteam

6 Min. Lesezeit

Die Küche ist das Herzstück jeder Wohnung — und gleichzeitig einer der größten Stromverbraucher im Haushalt. Kühlschrank, Backofen, Herd, Spülmaschine und diverse Kleingeräte laufen hier täglich und sorgen für einen erheblichen Anteil an der Stromrechnung. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, welche Küchengeräte am meisten Energie verbrauchen und wie Sie mit einfachen Maßnahmen mehrere hundert Euro im Jahr sparen können.

Die größten Stromfresser in der Küche

Nicht jedes Gerät in der Küche verbraucht gleich viel Strom. Manche laufen rund um die Uhr, andere nur kurz — verbrauchen in dieser Zeit aber enorm viel Energie. Hier ein Überblick über den typischen jährlichen Stromverbrauch:

Gerät Verbrauch pro Jahr Kosten (bei 35 ct/kWh)
Kühl-Gefrierkombination (alt) 350–450 kWh 122–157 €
Kühl-Gefrierkombination (neu, A) 100–150 kWh 35–52 €
Backofen 150–200 kWh 52–70 €
Elektroherd (4 Platten) 300–450 kWh 105–157 €
Geschirrspüler 200–290 kWh 70–101 €
Wasserkocher 50–100 kWh 17–35 €
Mikrowelle 30–60 kWh 10–21 €
Kaffeevollautomat 50–100 kWh 17–35 €

Spartipp: Ein alter Kühlschrank kann allein über 100 Euro Stromkosten pro Jahr mehr verursachen als ein neues Modell. Prüfen Sie das Energielabel und rechnen Sie, ob sich ein Austausch lohnt.

Der Kühlschrank: 24 Stunden im Dauerbetrieb

Der Kühlschrank ist das einzige Küchengerät, das ununterbrochen läuft. Damit ist er in vielen Haushalten der größte einzelne Stromverbraucher. Besonders ältere Geräte mit der ehemaligen Klasse A+ oder schlechter verbrauchen deutlich mehr als moderne Modelle.

So senken Sie den Verbrauch Ihres Kühlschranks

  • Richtige Temperatur einstellen: 7 °C im Kühlschrank und -18 °C im Gefrierfach reichen völlig aus. Jedes Grad kälter erhöht den Verbrauch um etwa 6 Prozent.
  • Standort beachten: Stellen Sie den Kühlschrank nicht neben den Herd oder die Heizung. Wärmequellen in der Nähe zwingen den Kompressor zu mehr Arbeit.
  • Tür schnell schließen: Jedes Öffnen lässt warme Luft hinein. Überlegen Sie vorher, was Sie brauchen.
  • Regelmäßig abtauen: Eine Eisschicht von nur 5 mm erhöht den Energieverbrauch um bis zu 30 Prozent.
  • Nicht zu voll, nicht zu leer: Ein gut gefüllter Kühlschrank speichert die Kälte besser, aber die Luft muss noch zirkulieren können.

Kochen und Backen: Herd und Ofen effizient nutzen

Beim Kochen und Backen wird viel Energie in Wärme umgewandelt — und ein großer Teil davon geht verloren. Mit ein paar Tricks können Sie den Verbrauch deutlich reduzieren.

Herd: Induktion schlägt alles

Falls Sie noch einen alten Elektro-Herd mit Gusseisenplatten haben, verbraucht dieser etwa 40 Prozent mehr Strom als ein modernes Induktionskochfeld. Der Grund: Induktion erhitzt nur den Topfboden, nicht die gesamte Platte.

Herdtyp Effizienz Aufheizzeit 1 L Wasser
Gusseisen-Platte ca. 55 % 8–10 Minuten
Ceranfeld (Strahlungsheizkörper) ca. 60 % 5–7 Minuten
Induktion ca. 85 % 3–4 Minuten
Gas ca. 50 % 4–5 Minuten

Praktische Tipps beim Kochen

  • Deckel drauf: Kochen ohne Deckel verbraucht bis zu dreimal so viel Energie.
  • Passende Topfgröße wählen: Der Topf sollte zur Platte passen. Ein zu kleiner Topf auf einer großen Platte verschwendet Energie.
  • Restwärme nutzen: Schalten Sie den Herd 5–10 Minuten vor Ende der Garzeit aus. Die gespeicherte Wärme reicht oft zum Fertiggaren.
  • Wasserkocher statt Herd: Wasser im Wasserkocher erhitzen und dann in den Topf geben ist effizienter als direkt auf dem Herd zu erhitzen.

Spartipp: Wer regelmäßig mit Deckel kocht und die Restwärme nutzt, spart pro Jahr rund 50–70 Euro an Stromkosten.

Backofen: Vorheizen meistens unnötig

Viele Rezepte empfehlen das Vorheizen des Backofens. In den meisten Fällen ist das aber gar nicht nötig — außer bei empfindlichen Teigen wie Blätterteig oder Biskuit. Wenn Sie aufs Vorheizen verzichten, sparen Sie etwa 20 Prozent Energie pro Backvorgang.

Weitere Tipps für den Backofen:

  • Umluft statt Ober-/Unterhitze: Umluft verteilt die Wärme gleichmäßiger und erlaubt eine um 20–30 °C niedrigere Temperatur.
  • Tür geschlossen lassen: Jedes Öffnen kostet bis zu 20 Prozent der gespeicherten Wärme.
  • Mehrere Bleche gleichzeitig nutzen: Bei Umluft können Sie mehrere Ebenen gleichzeitig backen.

Die Spülmaschine: Effizienter als Handspülen

Viele Menschen glauben, dass Handspülen Strom spart. Das Gegenteil ist der Fall: Eine moderne Spülmaschine verbraucht im Eco-Programm deutlich weniger Wasser und Energie als das Spülen von Hand.

Methode Wasserverbrauch Stromverbrauch pro Spülgang
Handspülen 30–50 Liter – (ggf. Warmwasser)
Spülmaschine (Eco) 9–12 Liter 0,7–0,9 kWh
Spülmaschine (Normal) 12–16 Liter 1,0–1,4 kWh

Tipps für die Spülmaschine

  • Eco-Programm nutzen: Es dauert zwar länger, verbraucht aber bis zu 40 Prozent weniger Energie.
  • Maschine voll beladen: Halbvolle Maschinen verschwenden Wasser und Strom.
  • Vorspülen unter fließendem Wasser vermeiden: Grobe Reste abkratzen reicht völlig.
  • Regelmäßig reinigen: Ein verstopfter Filter oder verkalkter Sprüharm erhöhen den Verbrauch.

Kleingeräte: Standby-Verbrauch nicht unterschätzen

Kaffeemaschine, Mikrowelle, Toaster und andere Kleingeräte verbrauchen einzeln nicht viel Strom. In der Summe läppert es sich aber. Besonders der Standby-Modus ist ein stiller Kostenverursacher.

  • Kaffeevollautomat: Lassen Sie das Gerät nicht den ganzen Tag eingeschaltet. Die Aufheizzeit beträgt nur 30–60 Sekunden.
  • Mikrowelle: Die Uhr-Anzeige verbraucht im Standby über das Jahr mehr Strom als die eigentliche Nutzung.
  • Schaltbare Steckdosenleisten: Fassen Sie mehrere Geräte zusammen und schalten Sie sie bei Nichtgebrauch komplett ab.

Spartipp: Eine abschaltbare Steckdosenleiste für Küchengeräte kostet etwa 10 Euro und spart Ihnen jährlich bis zu 30 Euro an Standby-Kosten.

Wasser erwärmen: Der unterschätzte Kostenfaktor

Wenn Ihr Warmwasser elektrisch aufbereitet wird (Durchlauferhitzer oder Boiler), ist der Energieverbrauch fürs Spülen und Kochen besonders hoch. Tipps:

  • Kaltes Wasser nutzen, wo möglich: Zum Händewaschen und Obst abspülen reicht kaltes Wasser.
  • Durchlauferhitzer auf 45 °C einstellen: Höhere Temperaturen sind zum Spülen nicht nötig.
  • Wasserkocher für kleine Mengen: Einen Liter Wasser im Wasserkocher zu erhitzen kostet etwa 4 Cent — im Topf auf dem Herd bis zu 10 Cent.

Checkliste: Strom sparen in der Küche

Nutzen Sie diese Checkliste als Orientierung:

  • ✅ Kühlschrank-Temperatur auf 7 °C eingestellt
  • ✅ Gefrierfach regelmäßig abgetaut
  • ✅ Beim Kochen immer Deckel verwenden
  • ✅ Restwärme von Herd und Backofen nutzen
  • ✅ Spülmaschine im Eco-Programm betreiben
  • ✅ Standby-Geräte an Steckdosenleisten angeschlossen
  • ✅ Wasserkocher statt Topf für Wasser verwenden
  • ✅ Backofen nicht unnötig vorheizen

Weitere Tipps zum Energiesparen im gesamten Haushalt finden Sie in unserem Ratgeber zum Thema Stromverbrauch senken. Auch in unserem Haushalt-Bereich gibt es viele weitere praktische Spartipps.


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Fazit

Die Küche bietet enormes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch. Allein durch bewussteres Kochen, die richtige Nutzung des Kühlschranks und das Abstellen von Standby-Geräten können Sie zwischen 150 und 300 Euro pro Jahr sparen. Wenn zusätzlich ein Gerätewechsel ansteht — etwa beim Kühlschrank oder Herd — lohnt sich die Investition in ein energieeffizientes Modell fast immer. Fangen Sie am besten heute an und überprüfen Sie Ihre Küchengewohnheiten!

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