Streaming-Dienste, Cloud-Speicher, Zeitschriften-Apps, Fitnessstudio, Handyvertrag – im Laufe der Zeit sammeln sich zahlreiche Abonnements und Verträge an. Viele davon werden kaum noch genutzt, kosten aber Monat für Monat Geld. Im Durchschnitt geben Deutsche über 200€ monatlich für Abos und Verträge aus. Zeit, aufzuräumen!
Die häufigsten Abo-Fallen
Streaming-Dienste
Die Streaming-Landschaft ist explodiert. Viele Haushalte haben gleichzeitig:
- Netflix (ab 4,99€/Monat)
- Disney+ (ab 5,99€/Monat)
- Amazon Prime (8,99€/Monat)
- Spotify/Apple Music (9,99€/Monat)
- Sky/WOW (ab 7,99€/Monat)
- DAZN (ab 34,99€/Monat)
Zusammen: über 70€ pro Monat oder 840€ im Jahr!
Tipp: Nutzen Sie die Dienste im Wechsel. Abonnieren Sie einen Dienst für 1-2 Monate, schauen Sie die gewünschten Serien, und wechseln Sie dann zum nächsten. So zahlen Sie nie mehr als 10-15€ pro Monat.
Handyvertrag
Viele Menschen zahlen 30-50€ monatlich für ihren Handyvertrag, obwohl vergleichbare Tarife für 10-15€ zu haben sind. Besonders Altverträge sind oft viel zu teuer. Prüfen Sie:
- Brauchen Sie wirklich unbegrenztes Datenvolumen?
- Telefonieren Sie noch viel oder nutzen Sie hauptsächlich WhatsApp und WLAN?
- Ist ein Tarif ohne Smartphone (SIM-only) nicht günstiger?
Fitnessstudio
Das klassische Abo, das nicht genutzt wird. Studien zeigen, dass 80% der Fitnessstudio-Mitglieder nach den ersten Monaten nicht mehr regelmäßig trainieren. Alternative Optionen:
- Urban Sports Club – flexibel, verschiedene Studios
- YouTube-Workouts – kostenlos und zu Hause
- Joggen und Calisthenics – braucht kein Studio
Zeitschriften und Apps
Prüfen Sie Ihr App-Store-Abonnement regelmäßig. Viele Apps starten mit einer kostenlosen Testphase, die automatisch in ein kostenpflichtiges Abo übergeht:
- Gehen Sie in die Einstellungen Ihres Smartphones → Abonnements
- Kündigen Sie alles, was Sie nicht aktiv nutzen
- Denken Sie auch an Newsletter mit Premium-Abo, Cloud-Speicher und Online-Tools
So führen Sie einen Abo-Check durch
Schritt 1: Alle Abos auflisten
Gehen Sie systematisch vor:
- Kontoauszüge der letzten 3 Monate durchgehen
- Kreditkartenabrechnungen prüfen
- PayPal-Zahlungen kontrollieren
- App-Store-Abos (iOS: Einstellungen → Apple-ID → Abonnements)
- Google Play-Abos (Play Store → Zahlungen und Abos)
Schritt 2: Kosten-Nutzen-Analyse
Erstellen Sie eine einfache Tabelle:
| Abo | Monatliche Kosten | Letzte Nutzung | Behalten? |
|---|---|---|---|
| Netflix | 13,99€ | Gestern | Ja |
| Zeitschriften-App | 9,99€ | Vor 3 Monaten | Nein |
| Cloud-Speicher | 2,99€ | Täglich | Ja |
| Fitnessstudio | 29,99€ | Vor 6 Wochen | Nein |
Schritt 3: Kündigen und verhandeln
- Sofort kündigen, was Sie nicht nutzen
- Bei Verträgen mit Laufzeit: Kündigung vormerken und Erinnerung setzen
- Verhandeln Sie – viele Anbieter bieten Bestandskunden bessere Konditionen, wenn Sie mit Kündigung drohen
Versteckte Kosten in Verträgen
Automatische Vertragsverlängerung
Seit dem neuen Gesetz zur fairen Verbraucherverträge (März 2022) dürfen sich Verträge nach der Mindestlaufzeit nur noch um maximal einen Monat verlängern, mit einmonatiger Kündigungsfrist. Prüfen Sie Ihre Altverträge – viele wurden noch nicht angepasst.
Preiserhöhungen
Viele Anbieter erhöhen die Preise schleichend. Bei einer Preiserhöhung haben Sie oft ein Sonderkündigungsrecht – nutzen Sie es!
Zusatzoptionen und Pakete
Prüfen Sie, ob in Ihrem Vertrag kostenpflichtige Zusatzoptionen enthalten sind, die Sie nicht brauchen:
- Auslandsflat im Handyvertrag
- Premium-Sender im TV-Abo
- Zusatzversicherungen im Kreditkartenvertrag
Hilfreiche Tools und Apps
- Aboalarm – erinnert an Kündigungsfristen und kündigt für Sie
- Volders – ähnlich wie Aboalarm, verwaltet Ihre Verträge
- Check24 – Vertragsvergleich und Wechselservice
- Finanzguru – analysiert Ihre Kontoauszüge und findet Abos automatisch
Fazit
Ein regelmäßiger Abo-Check – am besten alle drei Monate – kann Ihnen 50-150€ monatlich sparen. Das sind 600-1.800€ im Jahr, die Sie sinnvoller einsetzen können. Nehmen Sie sich heute eine Stunde Zeit, gehen Sie Ihre Kontoauszüge durch und trennen Sie sich von allem, was Sie nicht aktiv nutzen. Ihr Geldbeutel wird es Ihnen danken!