Energie

Photovoltaik-Förderung 2026: Alle Zuschüsse im Überblick

Redaktionsteam

5 Min. Lesezeit

Warum sich Photovoltaik 2026 besonders lohnt

Photovoltaik-Anlagen sind so günstig wie nie zuvor: Die Preise für Solarmodule sind in den letzten Jahren um über 50 Prozent gefallen. Gleichzeitig bleibt der Strompreis mit durchschnittlich 35 bis 40 Cent pro kWh hoch. Das bedeutet: Jede selbst erzeugte Kilowattstunde spart bares Geld.

Dazu kommen zahlreiche Förderungen von Bund, Ländern und Kommunen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Zuschüsse 2026 verfügbar sind und wie Sie diese optimal kombinieren. Weitere Tipps rund um das Thema Energie und Sparen finden Sie hier.

Bundesweite Förderungen

Einspeisevergütung nach EEG

Die Einspeisevergütung ist die wichtigste bundesweite Förderung. Für Anlagen, die 2026 in Betrieb gehen, gelten folgende Sätze:

Anlagengröße Volleinspeisung Eigenverbrauch (Überschusseinspeisung)
Bis 10 kWp 12,09 ct/kWh 7,94 ct/kWh
10–40 kWp 10,16 ct/kWh 6,87 ct/kWh
40–100 kWp 8,14 ct/kWh 5,64 ct/kWh

Tipp: Die Einspeisevergütung wird für 20 Jahre plus das Inbetriebnahmejahr garantiert. Sie wird allerdings halbjährlich um 1 Prozent abgesenkt. Je früher Sie Ihre Anlage installieren, desto höher ist Ihre Vergütung.

Steuervorteile seit 2023

Seit dem 1. Januar 2023 gelten wichtige Steuerbefreiungen:

  • Umsatzsteuer 0 %: Auf den Kauf und die Installation von Solaranlagen bis 30 kWp wird keine Mehrwertsteuer mehr erhoben. Das spart 19 Prozent vom Nettokaufpreis.
  • Einkommensteuer: Einnahmen aus PV-Anlagen bis 30 kWp (Einfamilienhaus) sind von der Einkommensteuer befreit. Keine Gewerbeanmeldung nötig.

KfW-Förderkredite

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet zinsgünstige Kredite:

KfW 270 — Erneuerbare Energien Standard:

  • Für PV-Anlagen, Batteriespeicher und Ladestationen
  • Kredit bis zu 150 Mio. Euro
  • Laufzeit: bis zu 30 Jahre
  • Zinssatz: ab 4,0 % effektiv (Stand: Q1 2026)
  • Tilgungsfreie Anlaufjahre möglich

KfW 442 — Solarstrom für Elektroautos (wenn wieder aufgelegt):

  • Zuschuss für die Kombination PV + Speicher + Wallbox
  • In der Vergangenheit bis zu 10.200 Euro Zuschuss
  • Neuauflage für 2026 wurde angekündigt

Tipp: Stellen Sie den KfW-Antrag immer vor Beginn der Maßnahme. Eine nachträgliche Förderung ist nicht möglich. Der Antrag wird über Ihre Hausbank gestellt.

Landesförderungen 2026

Viele Bundesländer haben eigene Förderprogramme. Hier eine Auswahl der wichtigsten:

Bayern — 10.000-Häuser-Programm

  • Zuschuss: 500 bis 2.250 € für Batteriespeicher
  • Voraussetzung: Kombination mit neuer oder bestehender PV-Anlage
  • Besonderheit: Staffelung nach Speichergröße

Nordrhein-Westfalen — progres.nrw

  • Zuschuss: 150 € pro kWh Speicherkapazität
  • Maximaler Zuschuss: 75.000 €
  • Voraussetzung: Neuer Speicher in Kombination mit PV-Anlage

Baden-Württemberg — Netzdienliche Speicher

  • Zuschuss: 200 € pro kWh Speicherkapazität
  • Maximaler Zuschuss: 3.000 €
  • Voraussetzung: PV-Anlage und Verzicht auf Abregelung

Berlin — SolarPLUS

  • Zuschuss: Bis zu 15.000 € für PV + Speicher
  • Besonderheit: Auch Mieterstromprojekte werden gefördert
  • Voraussetzung: Berliner Wohnadresse

Niedersachsen

  • Zuschuss: Bis zu 40 % der Investitionskosten für Speicher
  • Maximaler Zuschuss: 10.000 €
  • Voraussetzung: Neuer Speicher plus PV-Anlage

Tipp: Förderprogramme der Länder sind oft budgetbegrenzt und können kurzfristig ausgeschöpft sein. Informieren Sie sich frühzeitig bei Ihrer Landesenergieagentur.

Kommunale Förderungen

Viele Städte und Gemeinden bieten zusätzliche Zuschüsse:

Stadt Förderhöhe Details
München 300 €/kWp Zuschuss für PV-Anlagen und Speicher
Hamburg 250 €/kWh Speicher Bis zu 3.000 €
Köln 250 €/kWp Bis zu 3.750 €
Stuttgart 200 €/kWp Für Anlagen bis 30 kWp
Düsseldorf 300 €/kWp Plus 250 €/kWh Speicher

Tipp: Erkundigen Sie sich bei Ihrer Stadtverwaltung oder dem zuständigen Klimaschutzmanager nach lokalen Förderungen. Diese sind oft wenig bekannt, aber sehr attraktiv.

Beispielrechnung: Förderung für ein Einfamilienhaus

Angenommen, Sie installieren eine 10 kWp PV-Anlage mit 10 kWh Batteriespeicher auf Ihrem Einfamilienhaus:

Position Kosten / Förderung
PV-Anlage 10 kWp (netto) 12.000 €
Batteriespeicher 10 kWh (netto) 6.000 €
Installation und Montage 3.000 €
Investition gesamt (netto) 21.000 €
MwSt.-Befreiung (19 % gespart) −3.990 €
Landesförderung Speicher (Beispiel) −1.500 €
Kommunale Förderung (Beispiel) −2.000 €
Tatsächliche Kosten 13.510 €
Jährliche Stromersparnis ca. 1.800 €
Einspeisevergütung pro Jahr ca. 400 €
Amortisationszeit ca. 6 Jahre

So beantragen Sie die Förderung richtig

Schritt 1: Planung

Holen Sie mindestens 3 Angebote von verschiedenen Solarteuren ein. Vergleichen Sie nicht nur den Preis, sondern auch die verwendeten Komponenten und Garantiebedingungen.

Schritt 2: Fördermittel recherchieren

Prüfen Sie alle verfügbaren Förderungen:

  • Bundesförderung (Einspeisevergütung, Steuervorteile)
  • Landesförderung (Energieagentur Ihres Bundeslandes)
  • Kommunale Förderung (Stadt oder Gemeinde)

Schritt 3: Anträge stellen

Stellen Sie alle Förderanträge vor Auftragserteilung. Viele Programme schließen nachträgliche Anträge aus.

Schritt 4: Anlage installieren lassen

Nach Bewilligung beauftragen Sie den Solarteur. Die Installation dauert in der Regel 1 bis 3 Tage.

Schritt 5: Anmeldung

Melden Sie Ihre Anlage beim Marktstammdatenregister und beim Netzbetreiber an. Beides ist Pflicht.


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Fazit

Die Förderung für Photovoltaik-Anlagen ist 2026 weiterhin attraktiv. Durch die Kombination von Einspeisevergütung, Steuerbefreiung, KfW-Krediten und regionalen Zuschüssen können Sie die Investitionskosten deutlich reduzieren. Eine typische Anlage amortisiert sich in 6 bis 8 Jahren und liefert dann noch mindestens 15 Jahre kostenlosen Strom. Handeln Sie jetzt — die Förderbudgets sind begrenzt und die Einspeisevergütung sinkt halbjährlich.

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