Homeoffice: Mehr Komfort, höhere Stromrechnung?
Seit der Corona-Pandemie arbeiten Millionen Deutsche regelmäßig von zu Hause aus. Was viele unterschätzen: Das Homeoffice treibt den Stromverbrauch spürbar nach oben. Computer, Monitor, Beleuchtung, Heizung und Kaffeemaschine — alles zusammen kann den jährlichen Stromverbrauch um 200 bis 500 kWh steigern.
Bei einem Strompreis von 0,34 €/kWh bedeutet das Mehrkosten von 70 bis 170 Euro pro Jahr. Mit den richtigen Maßnahmen können Sie diese Kosten jedoch deutlich reduzieren.
Die größten Stromfresser im Homeoffice
| Gerät | Verbrauch pro Tag (8h) | Kosten pro Jahr |
|---|---|---|
| Desktop-PC | 0,5–1,0 kWh | 40–80 € |
| Laptop | 0,15–0,3 kWh | 12–25 € |
| Monitor (24–27 Zoll) | 0,15–0,25 kWh | 12–20 € |
| Zweiter Monitor | 0,15–0,25 kWh | 12–20 € |
| Schreibtischlampe (LED) | 0,05–0,08 kWh | 4–7 € |
| Router (24h) | 0,15–0,25 kWh | 12–20 € |
| Drucker (Standby) | 0,05 kWh | 4 € |
Desktop-PC vs. Laptop
Der größte Unterschied liegt beim Computer selbst: Ein Desktop-PC verbraucht im Schnitt 60 bis 120 Watt, ein Laptop nur 20 bis 40 Watt. Wer die Wahl hat, sollte im Homeoffice zum Laptop greifen — das spart allein 30 bis 55 Euro pro Jahr.
10 Stromspar-Tipps fürs Homeoffice
1. Laptop statt Desktop nutzen
Ein Laptop verbraucht bis zu 70 Prozent weniger Strom als ein Desktop-PC. Schließen Sie bei Bedarf einen externen Monitor an.
2. Energieeinstellungen optimieren
- Bildschirm-Timeout: Nach 5 Minuten Inaktivität ausschalten
- Energiesparmodus: Nach 10 Minuten aktivieren
- Bildschirmhelligkeit reduzieren: Jede Stufe spart Strom
- WLAN statt Ethernet: Verbraucht minimal weniger
3. Steckdosenleiste mit Schalter verwenden
Geräte im Standby verbrauchen weiterhin Strom. Eine schaltbare Steckdosenleiste (ca. 10 €) trennt Monitor, Drucker, Ladegeräte und Co. mit einem Klick komplett vom Netz.
Spartipp: Standby-Verbrauch summiert sich: Ein typischer Arbeitsplatz mit 4 Geräten im Standby verbraucht 30 bis 50 kWh pro Jahr — das sind 10 bis 17 Euro, die Sie mit einer Steckdosenleiste sparen.
4. LED-Schreibtischlampe verwenden
Eine LED-Lampe verbraucht nur 5 bis 10 Watt — eine alte Halogenlampe dagegen 35 bis 50 Watt. Die Investition von 20 Euro rechnet sich schnell.
5. Raumtemperatur bewusst steuern
Heizen Sie nur den Raum, in dem Sie arbeiten. Schließen Sie die Tür und drehen Sie die Heizung in unbenutzten Zimmern herunter. Jedes Grad weniger spart etwa 6 Prozent Heizenergie.
6. Natürliches Licht nutzen
Platzieren Sie Ihren Schreibtisch möglichst am Fenster. Tageslicht spart nicht nur Strom, sondern steigert auch die Konzentration und das Wohlbefinden.
7. Cloud-Dienste statt lokaler Speicher
Cloud-basierte Anwendungen verlagern die Rechenleistung in effiziente Rechenzentren. Ihr lokaler Computer wird weniger belastet und verbraucht weniger Strom.
8. Drucker nur bei Bedarf einschalten
Ein Drucker im Standby verbraucht 5 bis 15 Watt — den ganzen Tag. Schalten Sie ihn nur ein, wenn Sie tatsächlich drucken müssen. Oder verzichten Sie ganz auf Ausdrucke.
9. Kaffee effizient kochen
Eine Filtermaschine mit Thermoskanne ist effizienter als eine Kapselmaschine, die nach jeder Tasse heizt. Noch besser: Kochen Sie eine ganze Kanne und stellen Sie sie in die Thermoskanne.
10. Smart Plugs nutzen
Intelligente Steckdosen messen den Verbrauch einzelner Geräte und schalten sie automatisch aus, wenn sie nicht gebraucht werden.
Homeoffice-Pauschale: Kosten von der Steuer absetzen
Seit 2023 können Sie die Homeoffice-Pauschale von 6 Euro pro Tag geltend machen — maximal 1.260 Euro pro Jahr (210 Tage). Diese Pauschale deckt auch die erhöhten Stromkosten ab.
Lesen Sie auch unseren Ratgeber zum Stromverbrauch senken für weitere Energiespartipps.
Spartipp: Vergleichen Sie jetzt Ihren Stromtarif und sparen Sie bis zu mehrere hundert Euro im Jahr!
Fazit
Das Homeoffice muss kein Stromfresser sein. Mit einem Laptop statt Desktop, LED-Beleuchtung, Steckdosenleisten und bewusstem Heizen können Sie den zusätzlichen Stromverbrauch auf ein Minimum reduzieren. Nutzen Sie außerdem die steuerliche Homeoffice-Pauschale, um einen Teil der Kosten zurückzubekommen.
Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn Sie über diese Links einen Vertrag abschließen, erhalten wir eine Provision — für Sie entstehen keine Mehrkosten.