Energie

Strompreisbremse und Gaspreisbremse: Was gilt 2026?

Redaktionsteam

6 Min. Lesezeit

Die Strompreisbremse und Gaspreisbremse waren das zentrale Entlastungsinstrument der Bundesregierung in der Energiekrise 2022/2023. Doch wie sieht die Situation 2026 aus? Gelten die Preisbremsen noch? Welche Entlastungen gibt es aktuell? Und was können Verbraucher tun, um ihre Energiekosten dauerhaft zu senken? Dieser Ratgeber gibt Ihnen den vollständigen Überblick.

Rückblick: Wie funktionierten die Preisbremsen?

Die Bundesregierung hatte im Dezember 2022 die Strom- und Gaspreisbremse beschlossen, die ab März 2023 rückwirkend ab Januar 2023 galt. Die Regelung sah wie folgt aus:

Strompreisbremse

  • Gedeckelter Preis: 40 Cent pro kWh (brutto)
  • Für: 80 Prozent des prognostizierten Jahresverbrauchs
  • Darüber hinaus: Marktpreis des jeweiligen Tarifs
  • Gültigkeit: Januar 2023 bis Dezember 2023

Gaspreisbremse

  • Gedeckelter Preis: 12 Cent pro kWh (brutto)
  • Für: 80 Prozent des prognostizierten Jahresverbrauchs
  • Fernwärme: 9,5 Cent pro kWh
  • Gültigkeit: Januar 2023 bis Dezember 2023
Preisbremse Gedeckelter Preis Anteil am Verbrauch Laufzeit
Strom 40 ct/kWh 80 % 01/2023–12/2023
Gas 12 ct/kWh 80 % 01/2023–12/2023
Fernwärme 9,5 ct/kWh 80 % 01/2023–12/2023

Situation 2026: Gelten die Preisbremsen noch?

Nein. Die Strom- und Gaspreisbremsen sind zum 31. Dezember 2023 ausgelaufen und wurden nicht verlängert. Eine ursprünglich diskutierte Verlängerung bis März 2024 wurde im Rahmen des Haushaltskompromisses gestrichen. Seit Januar 2024 gelten wieder vollständig die Marktpreise.

Aktuelle Energiepreise 2026

Die Energiepreise haben sich seit den Höchstständen der Krise 2022 deutlich entspannt, liegen aber weiterhin über dem Vorkrisenniveau:

Energieträger Krisenpreis (2022) Preisbremse (2023) Aktuell (2026) Vorkrise (2020)
Strom 50–70 ct/kWh 40 ct/kWh 32–38 ct/kWh 28–32 ct/kWh
Gas 18–25 ct/kWh 12 ct/kWh 9–13 ct/kWh 5–7 ct/kWh
Fernwärme 15–20 ct/kWh 9,5 ct/kWh 10–14 ct/kWh 7–9 ct/kWh

Wichtig: Auch wenn die aktuellen Preise deutlich unter den Krisenpreisen liegen, sind sie immer noch spürbar höher als vor der Energiekrise. Energiesparen und Tarifvergleiche bleiben daher wichtig.

Welche Entlastungen gibt es 2026?

Auch wenn die Preisbremsen ausgelaufen sind, gibt es weiterhin staatliche Maßnahmen, die Verbraucher entlasten:

1. Senkung der Stromsteuer

Die Bundesregierung hat die Stromsteuer für private Haushalte auf den EU-Mindestsatz gesenkt. Die Ersparnis beträgt rund 1,5 Cent pro kWh — bei einem Durchschnittsverbrauch von 3.500 kWh sind das etwa 52 Euro pro Jahr.

2. Netzentgelte und Netzentgelt-Zuschuss

Ein Teil der Netzentgelte für den Stromtransport wird aus Bundesmitteln bezuschusst, um die Kosten für Verbraucher zu begrenzen. Die genaue Höhe wird jährlich festgelegt.

3. Wohngeld-Reform

Das Wohngeld wurde 2023 reformiert und enthält seitdem eine dauerhafte Heizkostenkomponente. Rund 2 Millionen Haushalte profitieren von dieser Entlastung:

Haushaltsgröße Heizkostenkomponente (monatlich)
1 Person ca. 30 €
2 Personen ca. 40 €
3 Personen ca. 50 €
4 Personen ca. 60 €

4. Bürgergeld: Heizkosten-Übernahme

Empfänger von Bürgergeld erhalten die tatsächlichen Heizkosten in angemessener Höhe erstattet. Steigende Energiepreise werden also abgefedert.

5. Härtefallfonds

Für besonders betroffene Haushalte gibt es weiterhin Härtefallregelungen, die über die Kommunen beantragt werden können. Die Voraussetzungen variieren je nach Bundesland.

Strom- und Gaskosten senken: Was Sie selbst tun können

Da staatliche Preisbremsen nicht mehr greifen, liegt es an Ihnen, Ihre Energiekosten aktiv zu senken. Die zwei wirksamsten Hebel sind der Tarifwechsel und die Verbrauchsreduzierung.

Hebel 1: Tarifvergleich und Anbieterwechsel

Der einfachste Weg zu niedrigeren Energiekosten ist ein Tarifwechsel. Viele Haushalte befinden sich immer noch in teuren Grundversorgungstarifen oder Verträgen aus der Krisenzeit.

Sparpotenzial durch Tarifwechsel

Ausgangslage Neuer Tarif Jährliche Ersparnis
Grundversorgung Strom (42 ct/kWh) Günstigster Wettbewerber (33 ct/kWh) ca. 315 € (bei 3.500 kWh)
Grundversorgung Gas (15 ct/kWh) Günstigster Wettbewerber (10 ct/kWh) ca. 500 € (bei 10.000 kWh)
Alter Vertrag (38 ct/kWh Strom) Aktueller Marktpreis (34 ct/kWh) ca. 140 € (bei 3.500 kWh)

Spartipp: Prüfen Sie Ihren aktuellen Tarif und vergleichen Sie ihn mit den aktuellen Marktpreisen. Besonders wenn Sie noch in der Grundversorgung sind oder einen Vertrag aus 2022/2023 haben, lohnt sich ein Wechsel fast immer.

Hebel 2: Energieverbrauch senken

Langfristig ist die Reduktion des Verbrauchs der nachhaltigste Weg zu niedrigeren Kosten.

Strom sparen — die wichtigsten Maßnahmen

Maßnahme Jährliche Ersparnis
LED-Beleuchtung statt Halogen/Glühbirne 50–80 €
Standby-Geräte abschalten 30–60 €
Effiziente Haushaltsgeräte (A-Klasse) 50–150 €
Waschmaschine bei 30 °C statt 60 °C 20–40 €
Wasserkocher statt Herdplatte 15–25 €

Gas sparen — die wichtigsten Maßnahmen

Maßnahme Jährliche Ersparnis
Raumtemperatur um 1 °C senken 6 % = ca. 60–90 €
Heizkörper entlüften 15–30 €
Programmierbare Thermostate 50–100 €
Fenster und Türen abdichten 30–80 €
Stoßlüften statt Kipplüften 20–50 €

Hebel 3: Eigene Energieerzeugung

Wer langfristig unabhängiger von Energiepreisentwicklungen sein möchte, kann über eigene Energieerzeugung nachdenken:

  • Balkonkraftwerk (Steckersolar): Ab 200–400 Euro, erzeugt 300–600 kWh pro Jahr, spart 100–200 Euro jährlich
  • PV-Anlage auf dem Dach: 8.000–15.000 Euro (ohne Speicher), erzeugt 4.000–10.000 kWh/Jahr
  • Batteriespeicher: 5.000–10.000 Euro zusätzlich, erhöht den Eigenverbrauch auf 60–80 Prozent

Politischer Ausblick: Kommt eine neue Preisbremse?

Eine Wiedereinführung der Preisbremsen ist derzeit politisch nicht geplant. Die Bundesregierung setzt stattdessen auf:

  • Dauerhaft niedrigere Stromsteuer
  • Ausbau erneuerbarer Energien (günstigerer Börsenstrompreis)
  • Förderung von Wärmepumpen und energetischer Sanierung
  • Reform des Strommarktdesigns

Sollte es erneut zu einer Energiekrise kommen, wäre eine Neuauflage der Preisbremsen denkbar. Die rechtlichen Grundlagen (Strompreisbremsengesetz, Erdgas-Wärme-Preisbremsengesetz) existieren weiterhin.

Spartipp: Verlassen Sie sich nicht auf staatliche Entlastungen, sondern werden Sie selbst aktiv. Ein Tarifwechsel dauert nur wenige Minuten und kann Ihnen mehrere hundert Euro im Jahr sparen.

Weitere Informationen und Tipps rund um das Thema Energie finden Sie in unserem Energie-Ratgeber.


Spartipp: Vergleichen Sie jetzt Ihren Stromtarif und sparen Sie bis zu mehrere hundert Euro im Jahr!

Zum kostenlosen Stromvergleich →

Fazit

Die Strompreisbremse und Gaspreisbremse sind seit Ende 2023 Geschichte. Die Energiepreise 2026 liegen zwar deutlich unter den Krisenpreisen, aber immer noch über dem Vorkrisenniveau. Umso wichtiger ist es, aktiv zu werden: Vergleichen Sie Ihren Tarif, senken Sie Ihren Verbrauch und prüfen Sie Fördermöglichkeiten für energetische Maßnahmen. Die drei wirksamsten Schritte sind ein Tarifwechsel, die Anschaffung effizienter Geräte und bewusstes Heizverhalten. Wer alle Hebel nutzt, kann seine Energiekosten um 500 bis 1.000 Euro pro Jahr senken — ganz ohne staatliche Preisbremse.

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn Sie über diese Links einen Vertrag abschließen, erhalten wir eine Provision — für Sie entstehen keine Mehrkosten.

Über das Team

Das Redaktionsteam

Unser Redaktionsteam recherchiert und verfasst praktische Spartipps für den Alltag — praxisnah, verständlich und regelmäßig aktualisiert.

Mehr erfahren

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Dein Kommentar wird nach Prüfung veröffentlicht.

Ähnliche Ratgeber

Spartipps direkt ins Postfach

Erhalte die besten Tipps zum Geld sparen direkt per E-Mail. Kein Spam, jederzeit abbestellbar.

Mit der Anmeldung stimmst du unserer Datenschutzerklärung zu. Jederzeit abbestellbar.

Cookie-Hinweis

Diese Website verwendet nur technisch notwendige Cookies. Es werden keine Tracking- oder Werbe-Cookies eingesetzt.