Energie

Nachtspeicherheizung ersetzen: Moderne Alternativen

Redaktionsteam

5 Min. Lesezeit

Warum Nachtspeicherheizungen so teuer sind

Nachtspeicherheizungen stammen aus einer Zeit, als Nachtstrom deutlich günstiger war als Tagstrom. Dieses Preismodell existiert heute kaum noch. Die Folge: Wer mit Nachtspeicher heizt, zahlt für eine 100 Quadratmeter große Wohnung oft 2.500 bis 4.000 Euro Heizkosten pro Jahr — das ist zwei- bis dreimal so viel wie bei modernen Heizsystemen.

In Deutschland sind noch schätzungsweise 1,5 Millionen Nachtspeicherheizungen in Betrieb. Wenn Sie zu den Betroffenen gehören, sollten Sie über einen Austausch nachdenken. Weitere Energiespartipps finden Sie in unserem Energieratgeber.

Was Nachtspeicherheizungen so ineffizient macht

Problem Auswirkung
Strompreis gestiegen Heizstrom kostet 25–35 ct/kWh statt früher 8–10 ct
Keine Regelung Überschüssige Wärme wird an Raum abgegeben, auch wenn nicht benötigt
Schlechte Dämmung Alte Geräte verlieren Wärme durch mangelhafte Isolierung
Kein Nachtstromtarif mehr Viele Anbieter bieten keinen HT/NT-Tarif mehr an
Hoher Platzbedarf Große, schwere Geräte an jeder Wand

Tipp: Prüfen Sie als Erstes, ob Ihr Stromanbieter noch einen separaten Heizstromtarif anbietet. Ein Wechsel des Stromtarifs kann die Kosten sofort um 10 bis 20 Prozent senken — als Überbrückung bis zum Heizungstausch.

Die Alternativen im Vergleich

1. Wärmepumpe — Der Effizienzkönig

Eine Wärmepumpe nutzt Umweltwärme aus Luft, Erde oder Grundwasser und wandelt sie mithilfe von Strom in Heizwärme um. Aus 1 kWh Strom werden 3 bis 5 kWh Wärme.

Typ Investitionskosten Jahreskosten (100 m²) Förderung
Luft-Wasser-WP 15.000–25.000 € 800–1.200 € bis 70 %
Sole-Wasser-WP (Erdwärme) 20.000–35.000 € 600–1.000 € bis 70 %
Wasser-Wasser-WP 25.000–40.000 € 500–900 € bis 70 %

Vorteile:

  • Niedrigste Betriebskosten aller Systeme
  • Staatliche Förderung bis zu 70 Prozent
  • Kein fossiler Brennstoff nötig
  • Kann im Sommer auch kühlen (Luft-WP)

Nachteile:

  • Hohe Investitionskosten (vor Förderung)
  • Luft-WP kann bei sehr niedrigen Temperaturen weniger effizient sein
  • Erdwärme erfordert Bohrungen oder Flächenkollektoren

Tipp: Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist für den Austausch von Nachtspeichern besonders geeignet, weil sie keine aufwendigen Erdarbeiten erfordert. Im Bestandsbau erreicht sie eine Jahresarbeitszahl von 3 bis 4, was die Heizkosten im Vergleich zum Nachtspeicher um 60 bis 70 Prozent senkt.

2. Infrarotheizung — Die einfache Alternative

Infrarotheizungen sind elektrische Heizungen, die Wärmestrahlung erzeugen — ähnlich wie die Sonne. Sie sind besonders als Ergänzung oder in gut gedämmten Häusern interessant.

Eigenschaft Details
Investitionskosten 200–800 € pro Raum
Jahreskosten (100 m²) 1.200–2.000 €
Installation Sehr einfach, an Wand oder Decke montiert
Steuerung Per Thermostat, Smart-Home-fähig

Vorteile:

  • Günstige Anschaffung, keine baulichen Veränderungen nötig
  • Sofortige Wärme, kein Aufheizen nötig
  • Platzsparend und in vielen Designs erhältlich
  • Ideal in Kombination mit PV-Anlage

Nachteile:

  • Betriebskosten höher als bei Wärmepumpe
  • Nur sinnvoll in gut gedämmten Gebäuden
  • Keine Förderung durch den Staat

3. Gasheizung (Brennwert) — Die bewährte Lösung

Obwohl fossile Heizungen ab 2024 nicht mehr als alleiniges System in Neubauten eingebaut werden dürfen, ist im Bestand ein Einbau in Kombination mit erneuerbaren Energien weiterhin möglich.

Eigenschaft Details
Investitionskosten 8.000–15.000 €
Jahreskosten (100 m²) 1.000–1.500 €
Effizienz bis 98 % (Brennwert)
Lebensdauer 15–25 Jahre

Vorteile:

  • Bewährte, zuverlässige Technologie
  • Moderate Investitionskosten
  • Geringe Betriebskosten

Nachteile:

  • Gasanschluss erforderlich (bei Nachtspeicher oft nicht vorhanden)
  • Abhängig von Gaspreisen
  • Keine Förderung mehr seit 2024
  • Langfristig steigende CO2-Kosten

4. Pellet-Heizung — Heizen mit Holz

Eigenschaft Details
Investitionskosten 20.000–30.000 €
Jahreskosten (100 m²) 800–1.300 €
Lagerraum ca. 4–6 m² für Pellets
Förderung bis 70 %

Vorteile:

  • Niedrige Brennstoffkosten
  • CO2-neutral (nachwachsender Rohstoff)
  • Hohe Förderung

Nachteile:

  • Lagerraum für Pellets nötig
  • Regelmäßige Wartung (Asche entleeren)
  • Hohe Investitionskosten

Förderung für den Heizungstausch 2026

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bieten attraktive Zuschüsse:

Förderkomponente Fördersatz
Grundförderung (Wärmepumpe, Biomasse) 30 %
Einkommensbonus (< 40.000 € Haushaltseinkommen) +30 %
Geschwindigkeitsbonus (Austausch bis 2028) +20 %
Maximale Förderung 70 %
Maximaler Förderbetrag 30.000 € (erste Wohneinheit)

Tipp: Der Geschwindigkeitsbonus von 20 Prozent gilt für den Austausch funktionierender fossiler Heizungen oder Nachtspeicherheizungen bis Ende 2028. Danach sinkt er. Handeln Sie also zeitnah.

Rechenbeispiel: Wärmepumpe statt Nachtspeicher

Position Betrag
Luft-Wasser-Wärmepumpe inkl. Installation 22.000 €
Neue Heizkörper / Flächenheizung 8.000 €
Investition gesamt 30.000 €
Grundförderung (30 %) −9.000 €
Geschwindigkeitsbonus (20 %) −6.000 €
Eigenanteil 15.000 €
Jährliche Ersparnis (Heizkosten) ca. 2.200 €
Amortisationszeit ca. 7 Jahre

So planen Sie den Austausch

Schritt 1: Energieberatung

Lassen Sie einen Energieberater Ihr Gebäude analysieren. Er empfiehlt das optimale Heizsystem und hilft bei den Förderanträgen. Die Energieberatung wird mit 80 Prozent bezuschusst (maximal 1.300 Euro).

Schritt 2: Angebote einholen

Holen Sie mindestens 3 Angebote von verschiedenen Heizungsbauern ein. Vergleichen Sie nicht nur den Preis, sondern auch Garantiebedingungen und Referenzen.

Schritt 3: Förderantrag stellen

Stellen Sie den Förderantrag bei der KfW oder dem BAFA, bevor Sie den Auftrag erteilen. Eine nachträgliche Förderung ist nicht möglich.

Schritt 4: Installation

Die Installation dauert je nach System 3 bis 10 Tage. Planen Sie den Austausch am besten im Frühling oder Sommer, wenn die Heizung nicht gebraucht wird.


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Fazit

Der Austausch einer Nachtspeicherheizung ist eine der lohnendsten Investitionen im Bereich Energiesparen. Mit einer Wärmepumpe senken Sie Ihre Heizkosten um 60 bis 70 Prozent, und dank der hohen Förderung von bis zu 70 Prozent amortisiert sich die Investition bereits nach wenigen Jahren. Nutzen Sie den Geschwindigkeitsbonus und handeln Sie vor 2029.

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