Die Heizung ist der mit Abstand größte Energieverbraucher im Haushalt. Rund 70% der Energiekosten entfallen auf das Heizen. Bei den aktuellen Gas- und Ölpreisen kann eine schlecht beheizte Wohnung schnell zum finanziellen Problem werden. Mit unseren 8 bewährten Tipps senken Sie Ihre Heizkosten spürbar – und bleiben trotzdem warm.
1. Die richtige Raumtemperatur wählen
Jedes Grad weniger spart etwa 6% Heizenergie. Empfohlene Temperaturen:
- Wohnzimmer: 20-21°C
- Schlafzimmer: 16-18°C
- Küche: 18-19°C (Herd und Backofen heizen mit)
- Badezimmer: 22-23°C (nur bei Nutzung)
- Flur: 15-16°C
Tipp: Investieren Sie in ein gutes Raumthermometer. Viele Menschen heizen auf gefühlte 21°C – und haben tatsächlich 24°C in der Wohnung.
2. Richtig lüften: Stoßlüften statt Kipplüften
Einer der teuersten Fehler im Winter: dauerhaft gekippte Fenster. Dabei entweicht ständig warme Luft, ohne dass die Raumluft wirklich erneuert wird.
Stattdessen: 3-4 Mal täglich für 5-10 Minuten die Fenster weit öffnen (Stoßlüften). Bei Durchzug reichen sogar 2-3 Minuten. Während des Lüftens die Heizung herunterdrehen!
3. Heizkörper nicht blockieren
Stellen Sie sicher, dass Ihre Heizkörper frei stehen:
- Keine Möbel direkt vor der Heizung
- Keine langen Vorhänge über dem Heizkörper
- Keine Verkleidungen, die die Wärmeabgabe behindern
Ein verstellter Heizkörper kann bis zu 20% weniger Wärme an den Raum abgeben.
4. Heizkörper entlüften
Wenn der Heizkörper gluckert oder nur teilweise warm wird, befindet sich Luft im System. Das Entlüften dauert nur 5 Minuten und kostet nichts:
- Heizung aufdrehen
- Entlüftungsventil mit einem Vierkantschlüssel öffnen
- Warten, bis Wasser kommt
- Ventil wieder schließen
Ein nicht entlüfteter Heizkörper verbraucht bis zu 15% mehr Energie für die gleiche Wärmeleistung.
5. Fenster und Türen abdichten
Alte Fenster und Türen haben oft undichte Stellen, durch die kalte Luft eindringt. Selbstklebende Dichtungsbänder aus dem Baumarkt kosten nur wenige Euro und lassen sich in Minuten anbringen.
Prüfen Sie die Dichtigkeit mit dem Kerzentest: Halten Sie eine brennende Kerze an den Fensterrahmen. Flackert die Flamme, ist die Dichtung undicht.
6. Rollläden und Vorhänge nutzen
Nachts geht über die Fenster am meisten Wärme verloren. Geschlossene Rollläden reduzieren den Wärmeverlust um bis zu 25%. Schwere Vorhänge haben einen ähnlichen Effekt.
Tagsüber sollten Sie bei Sonnenschein die Vorhänge öffnen und die kostenlose Sonnenwärme nutzen – besonders an Südfenstern.
7. Programmierbare Thermostate einsetzen
Smarte oder programmierbare Thermostate senken die Temperatur automatisch, wenn Sie schlafen oder nicht zu Hause sind. Die Investition von 20-50€ pro Heizkörper amortisiert sich meist schon in der ersten Heizperiode.
Empfehlenswerte Modelle:
- tado° – mit Geofencing und App-Steuerung
- Homematic IP – gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- AVM Fritz!DECT 302 – einfach, zuverlässig, DECT-basiert
8. Heizungsanlage warten lassen
Eine schlecht gewartete Heizung verbraucht bis zu 15% mehr Energie. Lassen Sie Ihre Heizungsanlage jährlich vor der Heizperiode von einem Fachmann warten. Dabei werden Brenner gereinigt, Filter getauscht und die Einstellungen optimiert.
Bonus-Tipp: Hydraulischer Abgleich
Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass alle Heizkörper gleichmäßig mit warmem Wasser versorgt werden. Ohne Abgleich werden manche Räume zu warm und andere zu kalt. Die Kosten von 300-800€ werden durch die Energieeinsparung von 10-15% schnell ausgeglichen – und es gibt staatliche Förderung!
Fazit
Mit diesen 8 Tipps können Sie Ihre Heizkosten um mehrere hundert Euro pro Winter senken. Die meisten Maßnahmen sind kostenlos oder erfordern nur minimale Investitionen. Starten Sie am besten noch vor dem nächsten Winter mit der Umsetzung!
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