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DSL-Vergleich: So findest du den günstigsten Internetanbieter

Redaktionsteam

5 Min. Lesezeit

Warum sich ein DSL-Vergleich lohnt

Die meisten Verbraucher zahlen für ihren Internetanschluss mehr als nötig. Der Grund: Nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit steigt der Preis oft drastisch. Wer regelmäßig vergleicht und wechselt, spart durchschnittlich 100 bis 300 Euro pro Jahr.

Der deutsche Breitbandmarkt ist hart umkämpft, und die Anbieter locken Neukunden mit attraktiven Rabatten. Das sollten Sie zu Ihrem Vorteil nutzen. Weitere Tipps zum cleveren Einkaufen finden Sie in unserem Bereich Einkaufen.

Die wichtigsten Anschlussarten im Vergleich

DSL / VDSL

DSL nutzt die vorhandene Telefonleitung und ist nahezu flächendeckend verfügbar. VDSL bietet höhere Geschwindigkeiten.

Variante Download Upload Verfügbarkeit
DSL 16 16 Mbit/s 2,4 Mbit/s ca. 98 %
VDSL 50 50 Mbit/s 10 Mbit/s ca. 85 %
VDSL 100 100 Mbit/s 40 Mbit/s ca. 75 %
VDSL 250 (Vectoring) 250 Mbit/s 40 Mbit/s ca. 60 %

Kabelinternet

Kabelinternet nutzt das TV-Kabelnetz und bietet oft höhere Geschwindigkeiten als DSL.

Variante Download Upload Verfügbarkeit
Kabel 100 100 Mbit/s 10 Mbit/s ca. 70 %
Kabel 250 250 Mbit/s 25 Mbit/s ca. 65 %
Kabel 500 500 Mbit/s 50 Mbit/s ca. 55 %
Kabel 1000 1.000 Mbit/s 50 Mbit/s ca. 40 %

Glasfaser (FTTH)

Glasfaser bis ins Haus bietet die höchsten Geschwindigkeiten und die geringste Latenz.

Variante Download Upload Verfügbarkeit
Glasfaser 300 300 Mbit/s 150 Mbit/s ca. 25 %
Glasfaser 500 500 Mbit/s 250 Mbit/s ca. 25 %
Glasfaser 1000 1.000 Mbit/s 500 Mbit/s ca. 20 %

Tipp: Prüfen Sie zuerst die Verfügbarkeit an Ihrem Standort. Die besten Tarife nützen nichts, wenn die Technologie bei Ihnen nicht ausgebaut ist. Nutzen Sie dafür den Breitbandatlas der Bundesnetzagentur.

Welche Geschwindigkeit brauchen Sie wirklich?

Nicht jeder braucht 1.000 Mbit/s. Orientieren Sie sich an Ihrem tatsächlichen Bedarf:

Nutzung Empfohlene Geschwindigkeit
E-Mail, Surfen, Social Media 16–50 Mbit/s
Streaming (HD, 1 Gerät) 25–50 Mbit/s
Streaming (4K, mehrere Geräte) 100–250 Mbit/s
Homeoffice mit Videokonferenzen 50–100 Mbit/s
Gaming (Online) 50–100 Mbit/s
Großfamilie / WG (viele Geräte) 250–500 Mbit/s
Professionelles Arbeiten / Upload 500–1.000 Mbit/s

Tipp: Für die meisten 2-Personen-Haushalte reichen 100 Mbit/s völlig aus. Familien mit mehreren Streaming-Nutzern sollten 250 Mbit/s wählen.

Die größten DSL-Anbieter in Deutschland

Telekom

  • Netz: Eigenes DSL/VDSL- und Glasfasernetz
  • Preise: Ab ca. 37 € / Monat (MagentaZuhause S, 16 Mbit/s)
  • Vorteile: Höchste Netzqualität, größte Abdeckung, bester Service
  • Nachteile: Meist die höchsten Preise

Vodafone

  • Netz: Kabel + DSL
  • Preise: Ab ca. 20 € / Monat (Neukunde, Red Internet & Phone Cable)
  • Vorteile: Hohe Geschwindigkeiten über Kabel, günstige Neukundenpreise
  • Nachteile: Kabel-Netz teils überlastet in Stoßzeiten

o2 / Telefonica

  • Netz: DSL (Telekom-Netz) + eigenes Glasfaser
  • Preise: Ab ca. 25 € / Monat (o2 my Home S)
  • Vorteile: Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, flexible Laufzeiten
  • Nachteile: Service könnte besser sein

1&1

  • Netz: DSL (Telekom-Netz) + Glasfaser
  • Preise: Ab ca. 10 € / Monat (Neukunde, erste 6 Monate)
  • Vorteile: Sehr günstige Neukundenpreise, solider Service
  • Nachteile: Preiserhöhung nach Neukundenphase

Worauf Sie beim Vergleich achten sollten

1. Effektive Monatskosten berechnen

Rechnen Sie nicht nur den monatlichen Preis, sondern die Gesamtkosten über 24 Monate:

  • Monatliche Grundgebühr (oft gestaffelt: Monate 1–6 günstiger)
  • Einmalige Anschlussgebühr (oft 50–70 €)
  • Router-Kosten (Miete: 5–10 € / Monat vs. Kaufoption)
  • Versandkosten

2. Router-Frage klären

Seit 2016 gilt die Routerfreiheit: Sie dürfen einen eigenen Router verwenden. Das spart die monatliche Mietgebühr. Eine FritzBox kaufen Sie einmalig für 100 bis 250 Euro.

3. Vertragslaufzeit beachten

Die meisten Verträge haben eine Mindestlaufzeit von 24 Monaten. Es gibt aber auch Angebote mit:

  • 1 Monat Laufzeit: Maximal flexibel, meist 5–10 € teurer
  • 12 Monate: Guter Kompromiss
  • 24 Monate: Günstigster Preis, aber langfristige Bindung

Tipp: Seit Dezember 2021 können Verträge, die sich automatisch verlängert haben, jederzeit mit einem Monat Frist gekündigt werden. Prüfen Sie also, ob Ihr aktueller Vertrag schon in der Verlängerung ist.

4. Geschwindigkeit im Vertrag prüfen

Anbieter müssen seit dem Telekommunikationsgesetz 2021 eine minimale Geschwindigkeit garantieren. Liegt Ihre tatsächliche Geschwindigkeit dauerhaft unter dem Mindestmaß, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht oder Anspruch auf Preisminderung.

Schritt-für-Schritt: So wechseln Sie den Anbieter

  1. Verfügbarkeit prüfen: Welche Anbieter und Technologien sind an Ihrer Adresse verfügbar?
  2. Bedarf ermitteln: Welche Geschwindigkeit brauchen Sie tatsächlich?
  3. Vergleichen: Gesamtkosten über 24 Monate berechnen, nicht nur den Monatspreis
  4. Neuen Vertrag abschließen: Den neuen Anbieter mit der Kündigung beauftragen
  5. Anbieterwechsel: Der neue Anbieter kümmert sich um die Kündigung beim alten
  6. Umschalttag: Maximal 1 Tag Unterbrechung ist gesetzlich erlaubt

Tipp: Lassen Sie den neuen Anbieter den alten Vertrag kündigen. So ist ein nahtloser Übergang gesichert, und Sie riskieren keine Versorgungslücke.

Kostenfallen vermeiden

Automatische Vertragsverlängerung

Kündigen Sie rechtzeitig 3 Monate vor Vertragsende. Tragen Sie sich den Termin im Kalender ein.

Zusatzoptionen

Prüfen Sie, ob kostenpflichtige Zusatzoptionen (Sicherheitspaket, Cloud-Speicher, TV-Streaming) im Vertrag enthalten sind, die Sie nicht brauchen.

Hardware-Rückgabe

Senden Sie den gemieteten Router fristgerecht zurück, sonst werden Ihnen bis zu 250 Euro berechnet.

Fazit

Ein regelmäßiger DSL-Vergleich kann Ihnen 100 bis 300 Euro pro Jahr sparen. Berechnen Sie immer die effektiven Gesamtkosten über die Vertragslaufzeit, prüfen Sie die Verfügbarkeit an Ihrem Standort und nutzen Sie Neukundenangebote. Dank der gesetzlichen Regelungen zum Anbieterwechsel ist der Umstieg unkompliziert und dauert selten länger als einen Tag.

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